eine Seite zurück
 

Grafschafter Nachrichten, 24. Mai 2005

Das "Papphockern" hat Tradition auf dem Kirchentag

EINSATZ Grafschafter Helferteam berichtet aus Hannover – 18. Geburtstag nur mit einer Wunderkerze

Hannover/Nordhorn – "Endlich ist es so weit. Ich nehme meine endgültige Gestalt an. Nach nur zwölf Mal Falten sehe ich so aus, wie mich die meisten Kirchentagsbesucher kennen." – Das wären wohl die Gedanken eines Papphockers. Die Papphocker bieten den etwa 100000 Besuchern des Kirchentages Sitzgelegenheit während den Veranstaltungen in den Hallen des Messegeländes in Hannover.
Auch die Grafschafter "HaKas" ("HaKa" bedeutet "harter Kern der Helferinnen und Helfer", die mehr als neun Tage auf dem Kirchentag arbeiten), die an ihren ausgefallenen Strohhüten zu erkennen sind und schon viele neidische Blicke eingeheimst haben, waren wieder dabei, als es hieß, auf zum "Papphockern". Die erfahreneren Helfer aus der Gruppe begannen gleich fleißig, die "neuen" Helfer allerdings standen noch etwas verloren vor den Bausätzen für die Papphocker, die Orientierung kehrte jedoch nach kurzer Einweisung schnell zurück. Die Papphocker, mit verschiedenfarbigen Aufdrucken des Kirchentagslogos, stehen nun nach zwei fleißigen Tagen in allen Hallen und warten darauf, dass die Besucher kommen. "Papphockern" hat schon Tradition auf dem Kirchentag, jeder Helfer sollte dies einmal erlebt haben. "Es ist eine tolle Erfahrung, jedoch wäre es mir zu einseitig, es jeden Tag machen zu müssen", so Kathrin Lübbers. Das "Papphockern" versüßen sich die meisten Gruppen dadurch, dass sie große Festungen um sich herum bauen und sie später, nachdem sie ihren Stapel abgearbeitet haben, wieder umschmeißen. Weiter lernt man viele neue Leute kennen, denn immerhin "papphockern" zirka 50 Leute aus allen Teilen der Bundesrepublik in den Hallen. ",Papphockern’ bringt Menschen zusammen", freut sich Jan Pötter: ",Papphockern’ gehört halt zum Kirchentag, wie das Amen in die Kirche."
Für die Grafschafter Helferinnen und Helfer gab es noch ein besonderes Erlebnis in den ersten Tagen. Eines ihrer Gruppenmitglieder feierte den 18.Geburtstag zwischen den Papphockern. "Es ist schon was Besonderes, auf dem Kirchentag seinen Geburtstag zu feiern. Das erlebt nicht jeder", so das Geburtstagskind Bettina Lamann. Aus Rücksicht auf die anderen Zimmerbewohner konnte der Geburtstag nur sehr leise und mit einer Wunderkerze gefeiert werden, schön war es aber trotzdem.