Das "Papphockern" hat Tradition auf dem Kirchentag
EINSATZ Grafschafter Helferteam berichtet aus Hannover – 18. Geburtstag nur mit einer Wunderkerze
Hannover/Nordhorn
– "Endlich ist es so weit. Ich nehme meine endgültige Gestalt an.
Nach nur zwölf Mal Falten sehe ich so aus, wie mich die meisten Kirchentagsbesucher
kennen." – Das wären wohl die Gedanken eines Papphockers. Die Papphocker
bieten den etwa 100000 Besuchern des Kirchentages Sitzgelegenheit während
den Veranstaltungen in den Hallen des Messegeländes in Hannover.
Auch die Grafschafter "HaKas" ("HaKa" bedeutet "harter Kern der Helferinnen
und Helfer", die mehr als neun Tage auf dem Kirchentag arbeiten), die an
ihren ausgefallenen Strohhüten zu erkennen sind und schon viele neidische
Blicke eingeheimst haben, waren wieder dabei, als es hieß, auf zum
"Papphockern". Die erfahreneren Helfer aus der Gruppe begannen gleich fleißig,
die "neuen" Helfer allerdings standen noch etwas verloren vor den Bausätzen
für die Papphocker, die Orientierung kehrte jedoch nach kurzer Einweisung
schnell zurück. Die Papphocker, mit verschiedenfarbigen Aufdrucken
des Kirchentagslogos, stehen nun nach zwei fleißigen Tagen in allen
Hallen und warten darauf, dass die Besucher kommen. "Papphockern" hat schon
Tradition auf dem Kirchentag, jeder Helfer sollte dies einmal erlebt haben.
"Es ist eine tolle Erfahrung, jedoch wäre es mir zu einseitig, es
jeden Tag machen zu müssen", so Kathrin Lübbers. Das "Papphockern"
versüßen sich die meisten Gruppen dadurch, dass sie große
Festungen um sich herum bauen und sie später, nachdem sie ihren Stapel
abgearbeitet haben, wieder umschmeißen. Weiter lernt man viele neue
Leute kennen, denn immerhin "papphockern" zirka 50 Leute aus allen Teilen
der Bundesrepublik in den Hallen. ",Papphockern’ bringt Menschen zusammen",
freut sich Jan Pötter: ",Papphockern’ gehört halt zum Kirchentag,
wie das Amen in die Kirche."
Für die Grafschafter Helferinnen und Helfer gab es noch ein besonderes
Erlebnis in den ersten Tagen. Eines ihrer Gruppenmitglieder feierte den
18.Geburtstag zwischen den Papphockern. "Es ist schon was Besonderes, auf
dem Kirchentag seinen Geburtstag zu feiern. Das erlebt nicht jeder", so
das Geburtstagskind Bettina Lamann. Aus Rücksicht auf die anderen
Zimmerbewohner konnte der Geburtstag nur sehr leise und mit einer Wunderkerze
gefeiert werden, schön war es aber trotzdem.