Lise Meitner

Lise Meitner ist die Namenspatronin unserer Schule. Wer war Lise Meitner? Eine Biographie.  (Zusammengestellt von der Klasse 9 U im Februar 2007.) Die Arbeit der Lise Meitner: ihr Ziel – ihre Entdeckung. (Zusammengestellt von der Klasse 9 U im Februar 2007.) Warum hat sich unsere Schule für sie als Namenspatronin entschieden?  Charlotte Kerner schreibt am 23.10.2008 in der ZEIT eine ausführliche Würdigung Lise Meitners. Thea Derado, Im Wirbel der Atome. Eine Buchrezension von Frederik Krol, Schüler des LMG. Thea Derado, Im Wirbel der Atome. Eine Buchrezension von Herwig Schopper. Der Rezensent, der Lise Meitner persönlich kannte, ist Professor für Physik und ehemaliger Direktor des europäischen Kernforschungszentrums Cern in Genf.   
Feierlichkeiten rund um die Namensgebung
  • Der Kernphysiker Sigurd Hofmann von der Darmstädter Gesellschaft für Schwerionenforschung informiert über die wissenschaftliche Arbeit von Lise Meitner: „Lise Meitner und die Entdeckung des Elements 109“, 26.01.2005
  • Charlotte Kerner liest aus ihrem Buch „Lise, Atomphysikerin. Die Lebensgeschichte der Lise Meitner“, 10.02.2005
  • Professor D. Wegener referiert im Hörsaal: „Lise Meitner – Ein Leben für die Wissenschaft“, 21.02.2005
  2008: Ein Lise – Meitner – Jahr! 2008 jährt sich Lise Meitners Geburtstag zum 130. Mal und ihr Todestag zum 40. Mal. Die Österreichische Physikalische Gesellschaft und die Deutsche Physikalische Gesellschaft möchte dies zum Anlaß nehmen, Österreichs wohl berühmteste Physikerin durch den Start der Lise Meitner Lectures gebührend zu feiern. Wien und Berlin waren zwei wichtige Stationen im Leben von Lise Meitner, daher sollen diese beiden Hauptstädte auch jedes Jahr den glanzvollen Rahmen für die Lise Meitner Lectures bilden. In einem öffentlichen Abendvortrag sollen die Lise Meitner Lectures die Öffentlichkeit für Ihre wissenschaftliche Arbeit begeistern. Intention der Lise Meitner Lectures ist, hervorragende Wissenschafterinnen in einer öffentlichen Vortragsserie einem breiten Publikum vorzustellen. Als Rednerinnen für diese Veranstaltungen werden prominente Physikerinnen und auch Frauen aus anderen naturwissenschaftlichen Fachgebieten von einem Gremium eingeladen. Entscheidend für deren Auswahl sollte die Tatsache sein, daß eine interessante internationale Expertin gewonnen wird, die sowohl durch Ihre wissenschaftlichen Leistungen als auch durch ihre Persönlichkeit als Vorbild für alle dienen kann. Die Lise Meitner Lectures finden erstmalig im Oktober 2008 in Wien und Berlin statt, der genaue Termin wird später bekannt gegeben. Eine Information erreichte unsere Schule im Januar 2008: Charlotte Kerner wird am 20.10.2008 im Rahmen der Lise Meitner Lectures einen Vortrag in Wien halten.  

Biographie

Lise Meitner

Physikerin 1878 7. November: Lise Meitner wird als Tochter des Rechtsanwalts Philipp Meitner und seiner Frau Hedwig (geb. Skowran) in Wien geboren. Obwohl beide Elternteile aus jüdischen Familien stammen, lassen sie ihre Kinder protestantisch taufen. 1901 Als Frau kann sie nur ein externes Abitur machen. Zeitgleich schließt sie ihr Lehrerexamen für Französisch ab. 1901-1906 Studium der Mathematik, Physik und Philosophie in Wien. 1906 Meitner promoviert über die Wärmeleitung inhomogener Körper. Sie ist die zweite Frau, die eine Promotion in Physik ablegt. 1907 Erste Publikationen über Alpha- und Beta-Strahlen.Um sich in theoretischer Physik fortzubilden, wechselt sie nach Berlin, wo sie Vorlesungen bei Max Planck hört, obwohl sich in Preußen Frauen erst zwei Jahre später offiziell an der Universität einschreiben dürfen. Ihre experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Radioaktivität setzt sie mit Otto Hahn im chemischen Institut fort. Als Frau wird ihr jedoch der Zugang zu den wesentlichen Arbeitsräumen untersagt, sie muss im Keller arbeiten. 1909 Meitner und Hahn entdecken zusammen den radioaktiven Rückstoß bei der Aussendung von Alpha-Strahlen. Sie trägt ihre Entdeckung vor der Physikalischen Gesellschaft vor. 1912 Weitere Zusammenarbeit mit Hahn am neugegründeten Institut für Chemie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin. Meitner muß ihre Tätigkeit als Gast unbezahlt ausüben. Allerdings erhält Meitner als erste Frau eine Stelle an der Universität als Assistentin bei Planck, bei dem sie Studentenarbeiten korrigiert. 1913 Meitner wird als wissenschaftliches Mitglied mit festem Gehalt im Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie aufgenommen. 1915 Während des Ersten Weltkriegs wird sie Röntgenschwester in einem Frontlazarett. Hahn ist bereits als Soldat eingezogen. 1917 Meitner setzt ihre Zusammenarbeit mit Hahn fort. Einrichtung einer physikalisch – radioaktiven Abteilung im Kaiser – Wilhelm – Institut für Meitner. 1918 Zusammen mit Hahn entdeckt sie das Element Nr. 91 (Protactinium). Diese Entdeckung bringt Meitner und Hahn große Anerkennung ein.Übernahme der Leitung der radiophysikalischen Abteilung am Kaiser-Wilhelm-Institut. Sie widmet sich besonders der Untersuchung von Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung und den damit verbundenen Kernprozessen, die sie international bekannt macht. 1922 Da Frauen erst in der Weimarer Republik zu einer Hochschullaufbahn zugelassen werden, kann sie jetzt ihre Habilitation erreichen. Als erste Frau kann sich Meitner in Physik habilitieren. 1925 Meitner weist nach, dass beim radioaktiven Zerfall zunächst Alpha- bzw. Beta-Strahlen und dann erst Gamma-Strahlen entstehen. 1926 Meitner wird außerordentliche Professorin in Berlin. 1933 Nach der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) wird ihr die Lehrerlaubnis entzogen. Trotzdem arbeitet sie weiter experimentell am Institut. 1934 Durch Anregung Meitners beginnen Meitner und Hahn mit der Forschung zu Transuranen. Ab 1935 gehört außerdem Straßmann (1902-1980) zu ihrer Arbeitsgruppe. 1938 Juli: Als österreichische Staatsbürgerin ist sie nach dem „Anschluß“ Österreichs von den Nürnberger Rassegesetzen betroffen. Sie flieht über Holland nach Schweden, wo sie eine bescheidene Anstellung am Nobel-Institut für Physik findet.Dezember: Hahn und Straßmann weisen Barium nach. Meitner liefert durch Briefe maßgebliche Anregungen sowie die theoretische Deutung. 1946 Meitner hält Gastvorlesungen an der Katholischen Universität in Washington und wird von der amerikanischen Presse zur „Frau des Jahres“ gewählt.Für die Entdeckung der Kernspaltung erhält Hahn allein den Nobelpreis für Chemie. 1947 Forschungsprofessur an der Technischen Hochschule von Stockholm. 1955 Meitner erhält den Otto-Hahn-Preis. 1959 Sie wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1960 Emeritierung und Übersiedlung nach Cambridge (Großbritannien). 1964 Letzter Besuch in Berlin. Teilnahme an einem physikalischen Kolloquium der Physikalischen Gesellschaft der DDR. 1966 Meitner, Hahn und Straßmann erhalten den Enrico-Fermi-Preis der Atomenergiekommission der USA. 1968 27. Oktober: Lise Meitner stirbt in Cambridge. 1992 Das Element 109 wird nach Lise Meitner Meitnerium (Mt) benannt.