Religiöses Schulleben

Funktion

Die heutige Welt ist vielstimmig. Und das Aufwachsen in Religion ist nicht mehr selbstverständlich. Aber der Mensch ist religiös. Er fragt nach dem Sinn, er sehnt sich nach Halt, er sucht Orientierung. Menschen wollen eine verlässliche Lebens- und Weltsicht, die sich auch gerade dann als tragfähig erweist, wenn äußere Ereignisse oder innere Krisen ihr Leben erschüttern. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Heranwachsende.

Unser Staat – so besagt es das Grundgesetz – ist zwar selbst weltanschaulich neutral, respektiert und fördert aber Religion als Lebensdimension seiner Bürgerinnen und Bürger. Er möchte daher auch, dass es Schülerinnen und Schülern in ihrer Entwicklung ermöglicht wird, religiöse Lebens- und Weltdeutungen kennenzulernen.

 

Charakter

Die Angebote des religiösen Schullebens stehen in diesem Dienst. Sie bieten jungen Menschen an einer staatlichen Schule die Gelegenheit, Ausdrucksformen religiösen Glaubens selbst auszuprobieren und so dessen Bedeutsamkeit für ihr eigenes Leben zu prüfen.

Sie können dadurch unabhängig von ihrer familiären religiösen Sozialisation entscheiden, ob sie die dargebotenen Sichtweisen und Werthaltungen für sich übernehmen möchten oder gerade nicht.

Die Angebote des religiösen Schullebens müssen daher authentisch sein: So wird etwa in Andachten und Gottesdiensten gebetet, es werden religiöse Lieder gesungen, es wird gepredigt. Dabei werden Lebensfragen aufgeworfen, aktuelle globale oder gesellschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragt oder das Schulklima thematisiert. Begegnet wird diesen Anfragen zumeist aus biblisch-christlicher Perspektive. Hierbei werden Glaubensweisen zur Sprache gebracht, Haltungen verdeutlicht und ethisches Verhalten nahegelegt.

Dennoch sind die Angebote religiösen Schullebens keineswegs missionarisch. Sie nötigen nicht. Deshalb wird in Schulgottesdiensten auf das gemeinsame Sprechen des Glaubensbekenntnisses verzichtet.

 

Aktivitäten

Zu den regelmäßig stattfindenden Aktivitäten an unserer Schule gehören Andachten bzw. Gottesdienste, etwa zur Einschulung (nur Uelsen), am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, am Aschermittwoch (für die Jahrgänge 10 und 11) sowie am Vorabend der Entlassung der Abiturienten, außerdem wöchentliche Kurzandachten in der Adventszeit („Luftholen im Advent“ im schuleigenen „Stillen Raum“), jährliche Fastenaktionen (etwa zugunsten des „Neuenhauser Brotkorbes“) sowie die Durchführung eines Diakonie-Praktikums in der Jahrgangsstufe 8 in Uelsen. Auch das Angebot des Seminarfachs „Diakonie“ gehört hierzu.