
Seit 2009 werden jedes Jahr ehemalige Abiturienten und Abiturientinnen des Lise Meitner Gymnasiums mit dem Preis der Stiftung geehrt. In diesen Reigen reiht sich nun auch Abdullah al Hadid ein, der nicht nur mit 1,0 das beste Abiturient seines Jahrganges ist, sondern sich auch durch ein hohes Maß an Selbstlosigkeit und Mitmenschlichkeit gegenüber seinen Mitschülern auszeichnet hat.
Nach Barbara von Steuber, die als Stiftungsmitglied die Begrüßungsworte sprach, wurde die Lise Meitner Stiftung von Prof. Dr. Friedrich Portheine und Oberstudiendirektor Gerhard Herrenbrück ins Leben gerufen, um „begabte und in ihrer Persönlichkeit bemerkenswerte Abiturienten des Lise Meitner Gymnasiums auszuzeichnen“, so von Steuber.
Diesen Faden griff der anwesende Herrenbrück auf, indem er auf die schwierigen Anfänge der Familie al Hadid hinwies, die 2015 aus Syrien nach Neuenhaus gekommen und hier auf viele freundliche Helfer gestoßen sei. Diese hätten sich damals zur Aufgabe gemacht, die Neuankömmlinge in jeder Hinsicht zu unterstützen.
Zu den Laudatoren gehörte auch der Neuenhauser Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp. Er betonte zunächst die Bedeutung des Gymnasiums als wichtige Bildungseinrichtung, um dann auf die besondere Qualität des Preises der Lise Meitner Stiftung aufmerksam zu machen. Diese Auszeichnung sei mehr wert als ein sehr guter Notendurchschnitt, da sie auch auf die menschlichen Qualitäten der Ausgezeichneten ziele. In diesem Zusammenhang betonte Oldekamp Abdullahs besonderen Einsatz für Mitschüler, die nicht so begabt gewesen seien wie er, sich aber immer auf ihn als Helfer in der Not hätten verlassen können.
Uwe Lins, der ehemalige Physiklehrer und Tutor al Hadids, begann seine Laudatio mit zwei kurzen Geschichten, die beide den Wert der Bildung an sich zum Inhalt hatten. Laut Lins verbindet die beiden Protagonisten ihr Status als Flüchtlinge und die Tatsache, dass sie nichts weiter hatten als ihren Kopf, um sich ihre Träume zu erfüllen und um es zu etwas im Leben zu bringen. Während die erste Hauptfigur in Lins´ Erzählung seine eigene Mutter gewesen ist, war die zweite Abdullah, der sich stets seiner Wurzeln in einem warmen und fördernden familiären Umfeld bewusst gewesen ist und trotz aller Schwierigkeiten niemals aufgegeben hat. Während ihm seine Intelligenz angeboren sei, zeichne ihm dazu eine besondere menschliche Eigenschaft aus, nämlich „der unbedingte Drang, das Maximum an geistiger Tätigkeit zu leisten“, so Lins. Wie sehr seine Mitschüler von seinen Talenten sowie von seiner Mitmenschlichkeit profitiert und dies auch durchaus gewusst hätten, sei durch deren unumwundene Äußerungen, wie „ohne Abdullah bin ich verloren“ deutlich geworden. Denn dieser war zu jeder Zeit bereit, seine Mitschüler mit Rat und Tat zu unterstützen. „Es war ein Privileg, Sie unterrichten zu dürfen“, endete Lins seine Laudatio.
Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildeten Leonardo Kurumlian (Violine) und Jens Peitzmeier (Klavier) mit zwei Stücken von Händel. Ihr Spiel gab der Stunde den würdigen Rahmen, den sie verdient hatte.
Godula Süßmann, 13.9.2026
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