Götz Aly in Neuenhaus

Mit Götz Aly hat einer der profiliertesten Historiker zur NS-Zeit auf Einladung der Stiftung des Günter Frank Hauses einen Vortrag zum Aufstieg und zur Machtsicherung der NSDAP gehalten. Das Thema des Referates „Wie konnte das geschehen?“ griff dabei den Titel seines neuesten Buches auf, das sich auf mehreren hundert Seiten mit dieser immer noch aktuellen Fragestellung beschäftigt.

Bevor Aly zum eigentlichen Thema kam, berichtete er von seinen ersten Eindrücken, als er vom Bahnhof kommend in Richtung Marktplatz gegangen und so an den Kriegerdenkmälern vorbeigekommen sei. Als besonders bemerkenswert und auch mutig stufte er den Umstand ein, dass nicht nur der Soldaten der beiden Weltkriege gedacht wird, sondern auch der ermordeten Juden und dies bereits seit 1962.

Von hier ausgehend wies Aly auf die extrem hohe Zustimmungsrate für die Nationalsozialisten in Neuenhaus hin, die bei den letzten freien Wahlen bei rund 56 % gelegen habe, während das katholische Lingen nur eine Quote von 15 % verzeichnet habe. Dies führte der Historiker auf die Verwurzelung der hiesigen Bevölkerung im Protestantismus zurück, dessen führende Vertreter Hitler nicht nur gefolgt seien, sondern seine Herrschaft auch mit pseudoreligiösen und -wissenschaftlichen Thesen legitimiert hätten.

Alys grundlegende These zur erfolgreichen Machtsicherung Hitlers nach dem 30. Januar 1933 lautet, dass der neue Reichskanzler Hitler sofort nach seiner Machtübernahme mit zahlreichen sozialen Maßnahmen die an sich skeptische Gesamtbevölkerung für sich einzunehmen gewusst habe. So habe Hitler die noch heute geltenden Steuerklassen eingeführt, die die Armen und den Mittelstand deutlich entlastet hätten, die Arzt- und Rezeptgebühren um die Hälfte reduziert sowie nach und nach den gesetzlich verankerten, bezahlten Urlaub eingeführt.

Gleichzeitig habe Hitler daraufgesetzt, etablierte gesellschaftliche Zirkel wie Lesekreise, Pfadfinder und gewerkschaftliche Organisationen zu zerschlagen und in NS-Massenorganisationen zu integrieren, erläuterte Aly weiter. So seien u.a. die Pfadfinder in der HJ aufgegangen.

Nach der Eskalation des Zweiten Weltkriegs im Juni 1941 sei die Strategie „Kraft durch Angst“ hinzugekommen. Dadurch, dass alle deutschen Soldaten an Gräueltaten beteiligt worden seien, sei im Heer und in der Bevölkerung die Furcht vor einem Sieg der Feinde gestiegen, denn in einem solchen Falle habe man damit gerechnet, dass insbesondere die Bevölkerung in der UdSSR entsprechend dem alttestamentarischen Bibelspruch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Rache nehmen werde. Diese Angst habe letztlich dazu geführt, dass selbst noch kurz vor Ende des Krieges die Menschen um jeden Preis hätten durchhalten wollen.

Götz Aly beantwortete im Anschluss noch Nachfragen aus dem Publikum, um sich dann dankbar für den langanhaltenden Applaus zu verabschieden.

Godula Süßmann, 16.9.2026

Abdullah al Hadid mit dem Preis der Lise Meitner Stiftung geehrt

Seit 2009 werden jedes Jahr ehemalige Abiturienten und Abiturientinnen des Lise Meitner Gymnasiums mit dem Preis der Stiftung geehrt. In diesen Reigen reiht sich nun auch Abdullah al Hadid ein, der nicht nur mit 1,0 das beste Abiturient seines Jahrganges ist, sondern sich auch durch ein hohes Maß an Selbstlosigkeit und Mitmenschlichkeit gegenüber seinen Mitschülern auszeichnet hat.

Nach Barbara von Steuber, die als Stiftungsmitglied die Begrüßungsworte sprach, wurde die Lise Meitner Stiftung von Prof. Dr. Friedrich Portheine und Oberstudiendirektor Gerhard Herrenbrück ins Leben gerufen, um „begabte und in ihrer Persönlichkeit bemerkenswerte Abiturienten des Lise Meitner Gymnasiums auszuzeichnen“, so von Steuber.

Diesen Faden griff der anwesende Herrenbrück auf, indem er auf die schwierigen Anfänge der Familie al Hadid hinwies, die 2015 aus Syrien nach Neuenhaus gekommen und hier auf viele freundliche Helfer gestoßen sei. Diese hätten sich damals zur Aufgabe gemacht, die Neuankömmlinge in jeder Hinsicht zu unterstützen.

Zu den Laudatoren gehörte auch der Neuenhauser Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp. Er betonte zunächst die Bedeutung des Gymnasiums als wichtige Bildungseinrichtung, um dann auf die besondere Qualität des Preises der Lise Meitner Stiftung aufmerksam zu machen. Diese Auszeichnung sei mehr wert als ein sehr guter Notendurchschnitt, da sie auch auf die menschlichen Qualitäten der Ausgezeichneten ziele. In diesem Zusammenhang betonte Oldekamp Abdullahs besonderen Einsatz für Mitschüler, die nicht so begabt gewesen seien wie er, sich aber immer auf ihn als Helfer in der Not hätten verlassen können.

Uwe Lins, der ehemalige Physiklehrer und Tutor al Hadids, begann seine Laudatio mit zwei kurzen Geschichten, die beide den Wert der Bildung an sich zum Inhalt hatten. Laut Lins verbindet die beiden Protagonisten ihr Status als Flüchtlinge und die Tatsache, dass sie nichts weiter hatten als ihren Kopf, um sich ihre Träume zu erfüllen und um es zu etwas im Leben zu bringen. Während die erste Hauptfigur in Lins´ Erzählung seine eigene Mutter gewesen ist, war die zweite Abdullah, der sich stets seiner Wurzeln in einem warmen und fördernden familiären Umfeld bewusst gewesen ist und trotz aller Schwierigkeiten niemals aufgegeben hat. Während ihm seine Intelligenz angeboren sei, zeichne ihm dazu eine besondere menschliche Eigenschaft aus, nämlich „der unbedingte Drang, das Maximum an geistiger Tätigkeit zu leisten“, so Lins. Wie sehr seine Mitschüler von seinen Talenten sowie von seiner Mitmenschlichkeit profitiert und dies auch durchaus gewusst hätten, sei durch deren unumwundene Äußerungen, wie „ohne Abdullah bin ich verloren“ deutlich geworden. Denn dieser war zu jeder Zeit bereit, seine Mitschüler mit Rat und Tat zu unterstützen. „Es war ein Privileg, Sie unterrichten zu dürfen“, endete Lins seine Laudatio.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildeten Leonardo Kurumlian (Violine) und Jens Peitzmeier (Klavier) mit zwei Stücken von Händel. Ihr Spiel gab der Stunde den würdigen Rahmen, den sie verdient hatte.

Godula Süßmann, 13.9.2026

 

Schüler aus Ringe & Hoogstede: Sperrung L44

Anbei eine Information für alle Schüler, die aus Ringe oder Hoogstede mit dem Bus kommen:

Diese Haltestellen entfallen: Als Ausweichhaltestellen dienen:
Großringe Wagenholt Hoogstede Kath. Kirche / Großringe Kreuzung
Großringe Wagenholter Diek Großringe Kreuzung / Großringe Helweg
Hoogstede Luth. Kirche Hoogstede Kath. Kirche / Hoogstede Schule

Details sind folgendem Anschreiben zu entnehmen.

Auf den Spuren der Antike – die Trierfahrt des 8. Jahrgangs

In guter Tradition der letzten Jahre fuhren 23 Lateinerinnen und Lateiner aus Uelsen und 23 aus Neuenhaus zusammen mit ihren begleitenden Lehrern (Ell, Lük, Swv) vom 15. bis 19.06.2026 nach Trier, um diese in der Spätantike repräsentativ ausgebaute Stadt an der Mosel zu erkunden und natürlich eine schöne Woche voller besonderer Momente zu erleben. Bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius gab es in der ehemaligen Provinzhauptstadt von belgisch Gallien und dem Regierungssitz etwa des Kaisers Konstantin zahlreiche Spuren des Altertums zu entdecken. Dazu gehörten z.B. die Römerbrücke, die drei Badeanlagen, die Porta Nigra und die Palastaula. Als besonders beeindruckend erwies sich einmal mehr die Erlebnisführung des Gladiators Valerius. In diesem Jahr war es der aus Serien wie „Rote Rosen“, „Tatort“ oder „Leon“ bekannte TV-Darsteller Tim Olrik Stöneberg, der uns in der historischen Stätte des Amphitheaters mitreißend und berührend in das Leben und Leiden des Netzkämpfers Valerius einweihte. Ein weiteres Highlight bot die Tagesfahrt ins knapp 50 Kilometer entfernte Perl zur römischen Villa Borg, wo man beim Speerwerfen und Kochen erneut die römische Alltagskultur hautnah nachempfinden und der Lebensweise von Menschen auf einem Gutshof nachspüren konnte. Dass - abgesehen von kleineren Blessuren - alle wohlbehalten zurückkehren konnten und dass sich die Neuenhauser und Uelser bei den Freizeitaktivitäten, z.B. dem abendlichen Verweilen am Moselufer, bald mischten, rundete die Exkursion wunderbar ab.

Einladung zur Elternversammlung und aktueller Elternbrief

Elternbrief für den Monat August

Der aktuelle Elternbrief zum Schuljahresanfang ist da, getrennt für den Standort Neuenhaus und den Standort Uelsen. Viel Freude beim Lesen!

Einladung zur Elternversammlung in Neuenhaus

An die Eltern aller Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 5 bis 11

Mittwoch, 02. September 2026 um 19.00 Uhr
im Forum des Gymnasiums in Neuenhaus

Zu Beginn erhalten Sie einige Hinweise und Informationen zum neuen Schuljahr. Für den Jahrgang 7 werden die Leihverträge und Nutzungsbedingungen für das Tablet erklärt.
Im Anschluss an den allgemeinen Teil finden Klassenelternschaftsversammlungen in allen Jahrgängen statt. In ihnen werden Planungsdetails für Klassenfahrten und andere die Klasse betreffende Themen besprochen. In der Klasse unterrichtende Fachlehrerinnen und Fachlehrer stellen sich vor und informieren über Arbeitsweisen, Bewertungsmaßstäbe und Unterrichtsinhalte des neuen Schuljahres.

In den Jahrgängen 5, 7, 9 und 11 müssen die Elternvertretungen neu gewählt werden. Wahlberechtigt und wählbar sind die Erziehungsberechtigten von noch nicht volljährigen Schülerinnen und Schülern.

Für Eltern, die das Gebäude kennenlernen möchten, wird eine Führung eingerichtet, die um 18.30 Uhr beginnt (Ausgangspunkt am Fuß der Haupttreppe).

Einladung zur Elternversammlung in Uelsen

An die Eltern aller Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 5 bis 8

Donnerstag, 03. September 2026 um 19.00 Uhr
in der Aula des Schulzentrums Uelsen

Zu Beginn erhalten Sie einige Hinweise und Informationen zum neuen Schuljahr. Für den Jahrgang 7 werden die Leihverträge und Nutzungsbedingungen für das Tablet erklärt.
Im Anschluss an den allgemeinen Teil finden Klassenelternschaftsversammlungen in allen Jahrgängen statt. In ihnen werden Planungsdetails für Klassenfahrten und andere die Klasse betreffende Themen besprochen. In der Klasse unterrichtende Fachlehrerinnen und Fachlehrer stellen sich vor und informieren über Arbeitsweisen, Bewertungsmaßstäbe und Unterrichtsinhalte des neuen Schuljahres.

In den Jahrgängen 5 und 7 müssen die Elternvertretungen neu gewählt werden.

Ganztagsprogramm für das 1. Halbjahr

Das Programmheft für den Ganztag im 1. Schulhalbjahr liefert alle Informationen, die ihr zu den AGs wissen müsst. Viel Spaß beim Stöbern!
Die Anmeldung zur Hausaufgabenbetreuung und/oder zu den AGs erfolgt bis zum 28.08.26 auf den ausgeteilten Anmeldebögen für den Jahrgang 5 bzw. per Mail an maria.lueken@lmg-nhs.de für die Jahrgänge 6–13.

Organisationsablauf des 1. Schultages

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start in das Schuljahr 2026/2027.

Alle Informationen zur Organisation der ersten Tage finden sich im unten stehenden Anschreiben:

 

MINT-MANIA 2026

Vom 15. bis 18. Juni 2026 bestand für 24 Schüler vom LMG Neuenhaus und von Gymnasien aus Nordhorn, Lingen und Meppen die Möglichkeit, an der Projektwoche „MINT MANIA - Forschen - Entdecken - Gestalten" am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück teilzunehmen. Sie hatten die Gelegenheit, in die MINT-Welt einzutauchen und sich an spannenden Workshops zu beteiligen. Betreut wurden sie von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Svenja Folkerts und Josefine Mersch, die ihnen zu jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen.

Im Workshop „Mission Green Engineering Nachhaltigkeit im Labor erleben wandten die Schüler im Labor Prinzipien der modernen Verfahrenstechnik experimentell an. Bearbeitet wurden Themen wie Trennverfahren, Stoffkreisläufe, Prozessverständnis, Steuerung technischer Anlagen und nachhaltige Produktion. Mit selbst durchgeführten Experimentenerhielten die Schüler somit Einblick in die engen Zusammenhänge zwischen Chemie, Technik und Nachhaltigkeit. Es wurden z.B. eine Bio-Creme auf der Basis natürlicher Rohstoffehergestellt und ein orangefarbener Naturstoff aus Karotten extrahiert. Außerdem konntenverschiedene Proben analytisch charakterisiert werden, indem mit Hilfe von Refraktometrie, IR-Spektroskopie und UV/Vis- Spektroskopie die jeweiligen Stoffeigenschaften gemessen, verglichen und interpretiert wurden. Den Schülern wurde somit vermittelt, dass Ingenieurwissenschaften eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Zukunft spielen. Geleitet wurde dieser Workshop von Prof. Dr. Carmen-Simona Jordan und Dr. Kristian Les.

Im Workshop „Experimentieren mit Energie" konnte man unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Koke und Matthias Kuhr Experimente an unterschiedlichen Wärmekraftmaschinendurchführen. Zum Beispiel wurde die Funktionsweise des Stirling-Motors untersucht.Hautnah konnte erlebt werden, wie solartechnische Anlagen Strom und Wärme erzeugen.

Der Workshop „The AI Game: Mission Smart Factoryermöglichte den Schülern einen Blick unter die Haube von Künstlicher Intelligenz. Unter der Leitung von Prof. Dr. RalfBuschermöhle hatten sie die Gelegenheit zu verstehen, wie die Algorithmen der Zukunft eigene Strategien entwickeln. Dafür wurde eine interaktive Fabrik-Simulation, ein sogenannter „digitaler Zwilling“ genutzt. Sobald die Simulation lief, wurde das Gehirn des Systems aufgebaut. Die Schüler lernten, wie die KI den Zustand des Zwillings ausliest, durch Belohnung und Bestrafung komplexe Entscheidungen trifft und wie ihr Lernverhalten gesteuert werden kann. Kurz gesagt, die KI wurde mittels Testdaten für die Produktion angelernt. So konnte am Ende ein optimaler Produktionsablauf für die Herstellung eines Dachkoffers erstellt werden.

Am vierten Tag erzählten Studenten und Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück über ihr Studium und ihre berufliche Laufbahn sowie über die Voraussetzungen, die dafür notwendig waren. Es waren für alle Schüler spannende und erlebnisreiche Tage, gefüllt mit einem anspruchsvollen Programm, dass sehr engagiert von der Hochschule Osnabrück durchgeführt wurde. Mit viel Spaß und Begeisterung wurde dies von den Schülern angenommen.

Eric Schade, 10A, 26.6.2026

Quelle: Hochschule Osnabrück
Quelle: Hochschule Osnabrück
Quelle: Hochschule Osnabrück
Quelle: Hochschule Osnabrück
Quelle: Hochschule Osnabrück

 

Neuenhauser Abiturientia mit dem Motto “The Winner takes it all” auf Gewinnerspur

Am vergangenen Freitag konnte Fenni Voshaar, die Schulleiterin am Lise Meitner Gymnasium Neuenhaus, 66 ihrer Schützlinge mit einem Abiturzeugnis in die Arena des realen Lebens entlassen, weitere fünf erhielten ein Fachabitur. Mit 2,48 lag der Durchschnitt leicht unter dem der vergangenen Jahre, allerdings wurde wieder eine außerordentlich hohe Anzahl von 14 Abiturzeugnissen mit einer 1 vor dem Komma erreicht. Emma Dierkes erreichte eine 1,2, Johanna Veeltmann eine 1,1 und Abdullah Al Hadid die Traumnote 1,0. Frau Voshaar lobte Al Hadids Leistung auch als Ergebnis einer überaus erfolgreichen Integration, denn Al Hadid kam erst 2015 aus Syrien nach Deutschland und musste sich auch den Umgang mit der deutschen Sprache erst aneignen.

Mit Worten, die im Kontext der aktuellen WM des Öfteren Bezug auf den Fußball nahmen, lobte sie die Teamarbeit von Eltern, Lehrern und Schüler*innen, die erst einen gemeinsamen Erfolg möglich gemacht habe und verwies auf das breite Angebot von über den reinen Unterricht angebotenen Aktivitäten am LMG. Sie beglückwünschte die Abiturientia zu ihrer neugewonnen Freiheit, aber wies sie auch auf eine damit verbundene Eigenverantwortlichkeit hin. Das einem Popsong der schwedischen Popgruppe ABBA entlehnte Motto „The Winner takes it all“ wertete Frau Voshaar als optimistisch, siegessicher, aber auch etwas größenwahnsinnig.

Als Wegweiser für das ihnen bevorstehende Leben wartete Voshaar mit einigen Bonmots berühmter Persönlichkeiten auf, darunter Nietzsches „Wer ein Warum hat zu leben, erträgt fast jedes Wie.“ und der Hinweis Lise Meitners, der Namenspatronin der Schule, dass ein wirklich lebenswertes Leben gar nicht unbedingt leicht sein müsse, sondern eher reich sein solle an sinnvollen Inhalten. Voshaar wies darauf hin, dass die Empfindung von purem Glück sich im Leben eines Erwachsenen auf wenige Momente, Stunden oder einzelne Tage beschränken könne. Sie regte aber dazu an, das Leben in möglichst vielen seiner Erscheinungsformen und mit allen Sinnen zu erfahren, sei es in der Musik, in der Literatur, im Kino, in der Oper, beim Kochen, beim Sport, bei Reisen, beim intensiven Erleben von Landschaften usw. Sehr erstrebenswert sei die anhaltende Pflege von alten Freundschaften bei gleichzeitigem Streben danach, neue Freunde zu gewinnen, auch die bleibende Heimatverbundenheit nach dem Aufbruch zu neuen Wohnorten und Lebenswelten. Überhaupt sei echte Erfüllung wichtiger als das ständige Erstreben von persönlichen Siegen. Lesen und eigenständiges Denken können dabei lebensverlängernde Übungen sein.

Der in diesem Jahr aus dem Amt scheidende Landrat Uwe Fietzek brachte seine Auffassung zum Ausdruck, dass sich alle  Schulabgänger*innen mit einem Abitur in der Tasche als Gewinner fühlen dürften. Mit einem Hinweis auf das tags zuvor gegen Ecuador verlorene WM-Spiel betonte er, dass Rückschläge im Leben dazugehörten, von denen man sich aber nicht entmutigen lassen solle. Im Hinblick auf seine eigene zu Ende gehende Berufstätigkeit machte er auf die bei ihm wie bei der Abiturientia wohl ähnliche Stimmungslage aufmerksam, die sowohl von Vorfreude wie auch von Unsicherheit geprägt sein mag, was den beginnenden neuen Lebensabschnitt betrifft. Schließlich mahnte er auch an, dass eine Demokratie immer wieder neue Leute brauche, die bereit seien mitzudenken, sich mit zu begeistern, mitzureden und mitzumachen.

Günter Meinderink als Vertreter der Eltern begann sein Grußwort mit authentischem Plattdeutsch und stellte zunächst klar, dass für ihn einst das Hochdeutsch an der Schule sozusagen die erste Fremdsprache gewesen sei. Auch er betonte, dass ein erfülltes Leben wichtiger sei als oberflächlicher Erfolg und machte Mut zu eigenen Entscheidungen.

Für die Schülerschaft richteten sich Anton Niemeyer und Elias Gülker an das Publikum; Sie wiesen darauf hin, dass sich ihre Schülergeneration bereits als digital natives empfinde, der das Schreiben mit Papier und Stift immer fremder sei. Sie gaben zu, dass sie oft vom eigentlichen Unterrichtsstoff abgelenkt worden seien und sich mehr auf den Ausbau Bauernhöfe konzentriert hätten als auf den aktuellen Schulstoff. Man hätte regelmäßig den Arbeitsaufwand auf ein notwendiges Minimum reduziert, was nicht zuletzt durch ein ständig verbessertes Chat GPT erleichtert worden sei. Ohne dieses Tool wären die Abiturnoten bestimmt nicht so gut ausgefallen. Gedankt wurde für die Durchführungen der Studienfahrten ins Ausland, die unvergessliche Erfahrungen bedeutet hätten.

Erneut kam mit Lübbertus Rehwinkel auch einer der Goldenen Abiturienten zu Wort, die vor 50 Jahren am LMG ihr Abitur abgelegt haben. Mit Bezügen zu Aussagen von namhaften Literaten wie Heinrich von Kleist und Truman Capote belegte er, wie unterschiedlich die Phase von Jugend und frühem Erwachsensein erlebt und empfunden werden kann. Er ermutigte die jungen Erwachsenen, dran zu bleiben.

Für die Lehrerschaft zitierte der Physiklehrer Uwe Lins aus Isaac Asimovs Kurzgeschichte „The Fun They Had“ aus dem Jahre 1954, eine erstaunlich aktuell wirkende dystopische Vision einer Schule mit einem digitalen, vollkommen automatisierten Lehrkörper. Er nahm dies als Warnung vor einer allzu großen Dominanz digitaler Unterrichtswerkzeuge und ermutigte Schüler*innen, im Angesicht perfektionierter digitaler Unterrichtstools, Selbstachtung zu bewahren, eigenständig kritisch zu denken und auf diese Weise gegen die KI das Heft in der Hand zu behalten. Ein echtes Highlight stellte die musikalische Gestaltung der Entlassfeier dar: Der Schulchor und das Ensemble der Brüder Kurumlian (Schlagzeug, Klavier, Geige, Akkordeon und Klarinette) sorgten u.a. mit ihren Interpretationen von The Carpenters „Top of the world“ und Abbas „The Winner takes ist all“ für begeisternden Applaus.

Marcus Pfeifer, 26.6.2026

Hitzefrei am 25.7

Aufgrund der sehr hohen Temperaturen endet der Unterricht am 25.7 bereits um 11:00 Uhr, es gibt Hitzefrei.

Alsmeier, 24.6.26