Großer Erfolg für drei Schülerinnen des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus: Beim 67. Europäischen Wettbewerb konnten Paula Kamphuis, Naia Chanan und Jessica Lambers Preise auf Landes- und Bundesebene erreichen. Insgesamt 75.000 Schülerinnen und Schüler aus 1177 Schulen beteiligten sich dieses Jahr bundesweit an dem Wettbewerb, der mit dem Motto „EUnited – Europa verbindet“ überschrieben war und – als einer der gesamtstaatlich anerkannten und geförderten Wettbewerbe – unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht.
Geschrieben und gezeichnet
Die insgesamt 13 verschiedenen Aufgabenstellungen richteten sich nach dem Alter der Teilnehmer. Sechstklässlerin Paula Kamphuis setzte sich im Deutschunterricht bei Lehrerin Egberdina Höllmann mit europäischen Märchenfiguren auseinander und verfasste ihr eigenes Büchlein „Hänsels Verschwinden“. Nicht nur die Texte schrieb sie selbst, auch fertigte sie die bunten Zeichnungen an. „Ich saß bis in die Nacht an meinem Buch, bis Mama und Papa sagten: Jetzt ist aber mal Schluss“, erinnert sich Paula schmunzelnd. In ihrer Klasse wurden zwei weitere Beiträge eingereicht. Da der Hausmeister beim Drucken und Binden half, erschienen die Werke im „Heinz-Wolts-Verlag“. Paulas Buch qualifizierte sich auf Landesebene und räumte dann auch noch einen Bundespreis ab. Neben entsprechenden Urkunden erhielt die Zwölfjährige dafür zwei Buchgutscheine im Wert von jeweils 50 Euro und das Gesellschaftsspiel „Europareise“.
Eigener Poetry-Slam-Text
Naia Chanan und Jessica Lambers aus der elften Jahrgangsstufe wurden filmerisch aktiv und verwirklichten ihren Beitrag im Rahmen einer AG bei Lehrerin Anna Mack. Das abstrakt gehaltene Werk mit dem Titel „Der Schlüssel“ erreichte im Sondermodul „Medien“ auf Bundesebene die Auszeichnung „Beste Arbeit“. Der rund zweiminütige Clip ist unterlegt mit einem selbst geschriebenen Poetry-Slam-Text und vermittelt die Botschaft, dass es für eine friedliche, von Gleichberechtigung geprägte Welt auf menschliche Interaktionen ankommt – ganz unabhängig von der jeweiligen Herkunft. „Beim Blick auf die Themenwahl dachten wir: Das können wir uns nicht entgehen lassen“, berichtet die 17-jährige Naia Chanan, der die Angelegenheit aufgrund eigener Erfahrungen besonders am Herzen liegt. Die Schülerin flüchtete vor gut fünf Jahren aus Syrien und spricht heute akzentfreies Deutsch. Zur Vorbereitung ihrer Arbeit hatten sich Naia und Jessica mit zahlreichen politischen Reden sowie Poetry-Slam-Texten zum Thema Rassismus befasst. Die Siegerinnen erhielten in ihrer Kategorie Preisgelder von 20 Euro auf Landes- und 100 Euro auf Bundesebene, eine Trophäe und zudem einen Reisepreis, wobei sie zwischen verschiedenen Möglichkeiten – zum Beispiel einem Besuch des EU-Parlaments – wählen können.
Weitere Teilnehmer
Teilgenommen am Europäischen Wettbewerb haben weiterhin drei Zehntklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums: Sie reichten ein Erklärvideo zur Klimapolitik der EU ein.