Anbei finden Sie einen Ausschnitt aus dem persönlichen Blog von Theresa Sperling, die das Seminarfach Darstellendes Spiel an der Schule anbietet. Der Kurs setzte sich mit der BLM-Bewegung und dem Thema Polizeigewalt auseinander:
Die Frage ist nicht: Wie laut kann ich schreien? Die Frage ist: Was kann ich tun?
Der Afro-Amerikaner Ahmaud Arbery wird am 23. Februar 2020 von einem ehemaligen weißen Polizisten und dessen Sohn erschossen. Ein Aufschrei geht durch die Medien. Wir sind wütend und traurig. Wir fordern Gerechtigkeit und Veränderung. Drei Monate später läuft die Aufklärung des Falls immer noch schleppend. Ein wenig Gras wächst gerade drüber. Unsere Gedanken sind schon wieder ganz woanders, doch dann wird am 20. Mai 2020 der Schwarze George Floyd auf brutale Weise von rassistischen Polizisten ermordet. Ein Aufschrei geht durch die Medien. Wir sind wütend und traurig. Wir fordern Gerechtigkeit und Veränderung. Aber irgendwann ist die Frage nicht mehr: Wie wütend bin ich und wie laut kann ich das in die Netzwerke schreien? Die Frage ist, was ich persönlich im Moment tun kann.
Also gebe ich meinem Kurs Darstellendes Spiel je einen Zeitungsartikel zu den beiden Morden mit der Aufgabe, das Geschehene als Theaterszene zu inszenieren. Allerdings darf das Publikum von der Handlung NICHT emotional berührt werden, sondern muss das Gesehene mit klarem Verstand analysieren können, um dann das eigene Handeln zu überdenken und zu verändern. (Ansatz: Bertold Brecht)
Erkenntnis #1: Wir brauchen emotionalen Abstand, um klar zu denken. „Wie kann man von so etwas Schrecklichem nicht betroffen sein“, fragt eine Schülerin aufgebracht. Sie hat sich am Tag zuvor das 8-minütige Video des Mordes angesehen. „Tut mir leid, aber das kann ich nicht.“ Ein Großteil der Schüler*innen entscheidet sich deshalb für eine Szene über Arberys Ermordung vor drei Monaten. Kein Wunder. Offensichtlich müssen wir Dinge erst einmal fühlen, damit sie uns wachrütteln, dann aber müssen wir etwas Abstand gewinnen, um klare Gedanken fassen zu können.
Erkenntnis #2: Es geht um mehr als „Fuck racism“. Die Schüler*innen sind sich einig, dass die Message „Rassismus ist scheiße“ lauten muss. Das ist allerdings ein bisschen wenig, denn das denken die meisten Menschen hoffentlich ohnehin schon, wenn sie unsere Vorstellung betreten, wir würden also keine Veränderung bewirken mit unserem Stück. Unsere Aufgabe ist es, deutlich mehr aufzuzeigen als „Fuck racism“. Die Schüler*innen beginnen zu arbeiten, in diesem Fall heißt das nachzudenken.
Erkenntnis #3: Ich bin zu weit gegangen. „Wie kann ich den brutalen Mord an einem Unschuldigen denn bitte so darstellen, dass der Zuschauende kein Mitleid empfindet?“, fragt eine andere Schülerin frustriert. „Und ist das überhaupt erstrebenswert?“, ergänze ich insgeheim. Denn genau deswegen fand ich Brechts „episches Theater“ immer zu kopfgesteuert, zu gefühlskalt und irgendwie am Menschen vorbei. Brecht zwingt das Publikum mit dem Einsatz von Verfremdungseffekten zu emotionaler Distanz: Die Schauspieler*innen verlassen zum Beispiel einfach ihre Rollen für einen direkten Appell oder einen kritischen Kommentar zum Geschehen; Plakate, Banner und Videos leisten Ähnliches. Der Unterricht droht zu kippen, ich denke, ich bin zu weit gegangen. Es ist unmoralisch, George Floyds grausamen Tod zu einer Stunde über Brechts Theateransatz zu machen. Was habe ich mir bloß dabei gedacht? Dann aber zeigen mir zwei Inszenierungsideen aus dem Kurs, was emotionale Distanz in der Kunst für eine Wirkung entfalten kann:
Erkenntnis #4: Verharmlosung – Arbery joggt auf einem Laufband, hinter ihm läuft das Video einer Cartoon-Landschaft in bunten Farben. Über Lautsprecher kommentieren zwei männliche Stimmen, wie „abartig“ und „zum Kotzen“ das sei. Dann betreten zwei weiße Männer die Bühne. Arbery stolpert und fällt. Kurz ist es still, bis die weißen Männer anfangen zu lachen. Arbery lacht mit, steht wieder auf. Der Schauspieler sagt: „Arbery ist nur gestolpert“ und geht. Samuel Neubauers Ansatz bringt das Problem der Verharmlosung von rassistischen Morden in der Öffentlichkeit und in der Ermittlung auf den Punkt.
Erkenntnis #5: Erziehung – Drei Kinder spielen miteinander Fangen. Die zwei weißen Jungs sind als Polizisten verkleidet und jagen den schwarzen Jungen. Sie erschießen ihn mit ihren Wasserpistolen. Der Junge stellt sich tot, dann steht er auf und das Spiel geht weiter. Das Video des Mordes an Arbery wird eingeblendet. Das scheinbar harmlose Kinderspiel wird Jahre später fürchterliche Konsequenzen haben. Delal Fakioglus Inszenierungsidee zeigt, dass die Bekämpfung von Rassismus in der Erziehung anfängt und wir schon ganz früh zu Mitgefühl, Toleranz und Achtsamkeit erziehen müssen.
Fazit
Wut und Trauer lassen uns laut nach Veränderung schreien, aber damit haben wir noch nichts bewirkt. Wenn wir uns emotional gefasst haben, müssen wir erfahrene Missstände gezielt und mit Verstand aufarbeiten, um unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Schule ist ein Raum dafür, denn dort sitzen die Denker*innen von morgen und haben jetzt schon geniale Ideen. Die Kunst ist nur eine Möglichkeit von vielen.
Wer auch immer du bist, was auch immer du tust, auch in deinem Rahmen hast du die Möglichkeit, Dinge zu verändern, die dich wütend und traurig machen – und zwar so:
Feel, think, create, share.
Weitere lesenswerte Beiträge und Gedanken von Frau Sperling finden Sie hier auf ihrem persönlichen Blog.
Aus aktuellem Anlass gibt es am Lise Meitner Gymnasium einen Video-Blog, der über Themen rund um das Corona-Virus informiert. In diesem Vlog werden euch Herr Lohuis und Herr Rademaker in regelmäßigen Abständen mit neuen Infos versorgen. Dabei stehen sachliche und wissenschaftliche Informationen zum Corona-Virus sowie praktische Informationen in Bezug auf unsere Schule im Vordergrund. Die einzelnen Vlogs befinden sich im YouTube-Kanal „Lise vloggt“ und sind per Link zu erreichen. Fragen und Anregungen könnt ihr gerne per IServ an „LMG-Corona-Vlog@lmg-nhs.de“ richten.
Hier findet ihr den neuesten Vlog:
Der finale Vlog
Hier findet ihr zeitlich sortiert (von unten nach oben) die weiteren Vlogs:
Die Termine für den Schulstart der übrigen Jahrgänge sind da:
Jahrgänge 9/10: 18. Mai 2020
Jahrgang 11: 25. Mai 2020
Jahrgänge 7/8: 3.Juni 2020
Jahrgänge 5/6: 15. Juni 2020
Die Klassen werden in eine A- und eine B-Gruppe eingeteilt und haben an jedem zweiten Tag Präsenzunterricht.
Den Kalender für die A- und B-Tage finden Sie hier.
Liebe Schülerinnen und Schüler,
als die Osterferien etwas verfrüht anfingen, haben wir gedacht, dass wir uns einen guten Monat später alle wiedersehen. Das wäre vorgestern gewesen. Nun wissen wir, dass das nichts geworden ist und der Schulstart wegen der Covid 19 Pandemie für die meisten in recht weite Ferne gerückt ist. Sicher seid ihr viel zu Hause und trefft euch wenig oder gar nicht mit anderen. Das ist natürlich nicht so spannend und manchmal auch langweilig. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen von euch geht wie meinem Sohn, der Schüler einer 12. Klasse ist. Er mochte die Schule (leider) noch nie. Letzte Woche sagte er etwas sehr Überraschendes: „Hoffentlich geht die Schule am 20. April wieder los!“ Vielleicht habt Ihr das auch schon gedacht.
Geplant ist der Schulstart nun so:
Jahrgang 12: Schulstart am 11. Mai
Jahrgänge 9 und 10: Schulstart am 18. Mai
Jahrgänge 7,8 und 11: Schulstart Ende Mai/ Anfang Juni
Jahrgänge 5 und 6: Schulstart Mitte Juni
Es gibt noch weitere Besonderheiten. Alle Klassen und alle Kurse werden nicht mehr im Ganzen, also z.B. mit 24 oder 26 Schülerinnen und Schülern unterrichtet, sondern es wird immer nur eine Hälfte unterrichtet und am nächsten Tag die andere Hälfte. Im Jahrgang 12 wird eine Hälfte in einer Woche, die andere in der anderen Woche unterrichtet. Die Lerngruppen sind deshalb nur noch halb so groß, damit zwischen den Plätzen genügend Abstand sein kann. Ein Schüler, der das Virus schon in sich trägt, aber es noch nicht weiß, weil er sich gar nicht krank fühlt, kann so den anderen nicht so leicht anstecken. Auch in den Pausen wird die Abstandsregel weiter einge- halten. Besonderer Wert wird auf Hygiene und regelmäßiges Händewaschen auch in der Schule gelegt werden. Es werden Atemschutzmasken für Euch zur Verfügung gestellt, wenn Ihr in die Schule kommt. An den Tagen, an denen ihr nicht in der Schule seid, bekommt Ihr Aufgaben für zuhause, die dann wiederum besprochen werden, wenn ihr wieder in der Schule seid.
Wenn man sich das alles vorstellt, wird schnell klar, es wird zwar weitergelernt, aber natürlich nicht so schnell, als wäret ihr jeden Tag in der Schule. Das muss am Ende Konsequenzen für die Klassenarbeiten haben: Es sind nur noch wenige Wochen übrig im Schuljahr, in denen sie geschrieben werden, und es ist letztlich weniger Vorbereitungszeit vorhanden.
Deshalb werden in der Sekundarstufe 1 (Klasse 5-10) nur noch Klassenarbeiten in den Hauptfächern (De, Ma, La, Fr, En) geschrieben und auch nur dann, wenn im 2. Halbjahr bis jetzt noch keine Klassenarbeit geschrieben worden ist. Für den Jahrgang 11 gilt das auch, allerdings kommt Spanisch als weiteres Fach hinzu. Im Jahrgang 12 werden Klausuren nur noch in den P1 bis P4 Fächern geschrieben und auch nur dann, wenn noch keine Klausur im 2. Halbjahr geschrieben wurde.
Wenn in einem Fach gar keine oder weniger Klassenarbeiten als vorgesehen geschrieben worden sind, werden die Lehrer eure Arbeit und Mitarbeit in anderer Weise bewerten. Z.B. kann eine ausführliche Hausaufgabe, in der ihr zeigt, dass ihr das Gelernte der letzten zwei oder drei Wochen gut verstanden habt und gut darstellen könnt, eingefordert und dann auch zensiert werden. Das werden die Lehrer dann aber im Vorfeld ankündigen und mit euch besprechen, genau wie bei einer Klassenarbeit.
Eines ist noch wichtig: Ab morgen (22.4.2020) ist es noch wichtiger als vorher, dass ihr alle Aufgaben, die eure Fachlehrer euch stellen, sorgfältig erledigt und pünktlich abgebt. Wenn Videokonferenzen angesetzt werden, seid Ihr verpflichtet, teilzunehmen. Nicht gemachte Aufgaben führen genau wie nicht gemachte Hausaufgaben in der Schulzeit zu „Strichen“ und ggf. zu einer schlechteren Benotung.
Wenn ihr Schwierigkeiten habt beim digitalen Lernen, weil ihr keinen Zugang zum PC habt oder es ein anderes Problem gibt, verständigt bitte umgehend euren Klassenlehrer oder eure Klassenlehrerin, damit eine Lösung für das Problem gefunden werden kann. Alle Lehrer bieten in Zukunft einmal pro Woche eine Sprechstunde an. Die Termine werden sie euch in den nächsten Tagen mitteilen. Sie werden auch auf der Homepage veröffentlicht.
Ich hoffe, dass es euch allen und auch euren Geschwistern, Eltern und Großeltern gut geht und ihr gesund seid. Ich finde, wir können alle stolz darauf sein, dass es durch unser Verhalten bis jetzt gelungen ist, dass nicht zu viele Menschen krank geworden sind, und dass alle, die Hilfe brauchen, auch einen Krankenhausplatz bekommen und dort gut versorgt werden. Auch wenn Geschäfte und bald auch Schulen wieder öffnen, wollen wir uns weiterhin so verhalten, dass es möglichst wenig Ansteckungen gibt, also v.a. unsere persönlichen Kontakte beschränken und Abstand halten. Abstand halten zeigt unser Zusammenhalten! Passt weiter auf euch, eure Familien und Freunde auf und bleibt gesund. Alle Lehrerinnen und Lehrer freuen sich, wenn sie Euch wiedersehen!
Für Schüler der Schuljahrgänge 5-8 ist eine Notbetreuung in kleinen Gruppen in der Zeit von 8.00Uhr bis 13.00Uhr in der Schule gewährleistet.
Diese Notbetreuung kann nur für Kinder, deren Eltern in sogenannten kritischen Infrastrukturen sowie einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse tätig sind, geleistet werden. Hierzu gehören folgende Berufsgruppen:
• Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischen Bereich
• Beschäftigte im Bereich der Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr
• Beschäftigte im Vollzugsbereich, einschl. Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche
• Beschäftigte im Bereich der Energie – und Wasserversorgung, der Ernährung und Hygiene, der Informationstechnik und Telekommunikation, des Transport- und Verkehrswesens, der Entsorgung, Finanzen, Medien und Kultur sowie der Risiko- und Krisenkommunikation.
Darüberhinaus darf die Schule in besonderen Härtefällen (drohende Kündigung, Verdienstausfall, psychisch-soziale Extremsituationen) eine Betreuung anbieten.
Nach wie vor gilt, alle anderen Möglichkeiten einer Betreuung müssen vor einer Inanspruchnahme der Notbetreuung ausgeschöpft werden. Auch weiterhin gilt es, Kontakte zu minimieren, denn der Gesundheitsschutz und die Begrenzung der Neuinfektionen bleiben das oberste Ziel.
Wenn eine Betreuung für Ihr Kind notwendig ist, kontaktieren Sie mich bitte per Mail bis Dienstag, 21.04.2020,11.00Uhr (fenni.brink@lmg-nhs.de). Wir benötigen Ihre Angaben, um die Notbetreuung besser planen zu können. Bei Unklarheiten und Fragen rufe ich Sie gerne an, wenn Sie mir Ihre Telefonnummer angeben.
Ich danke für Ihr Verständnis und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
ich hoffe sehr, ihr seid gesund und es geht euch allen und auch euren Familien gut. Damit das so bleibt, bitte ich euch wirklich von Herzen, euch an die aktuellen Einschränkungen zu halten. Bitte vermeidet es, euch in großen Gruppen zu treffen. Beschränkt eure sozialen Kontakte und haltet Abstand, um zu verhindern, dass sich das Virus weiter so schnell ausbreiten und gerade für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu einer Lebensgefahr werden kann.
Ich glaube, wenn wir uns jetzt alle zusammen vernünftig und solidarisch verhalten, werden wir in zwei Wochen sehen, dass die Ausbreitung sich erheblich verlangsamt.Und dann können wir hoffen, dass am 20. April die Schule wieder öffnet und wir wieder gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, Klassenkameraden und Freunden lernen, in der Schule zusammen sein und Spaß haben können.
Bis dahin bitte ich euch, täglich eure IServ-Mitteilungen zu prüfen. Eure Lehrerinnen und Lehrer werden euch Aufgaben schicken und soweit es möglich und ist, den Unterricht und das Lernen über IServ fortsetzen. Die Schule wird dafür Sorge tragen, dass es durch den jetzigen Unterrichtsentfall nicht zu einer Häufung von Klassenarbeiten und Prüfungen kommt, wenn die Schule wieder starten kann.
Passt gut auf euch und auf eure Eltern und Großeltern auf. Bleibt gesund. Ich freue mich, wenn wir uns bald wiedersehen!